Module 1
Focus on similarities and what works.Grow culture competent people who do global business with ease and successfully ...read more

 
Module 2 Acknowleding the importance of family, challenges for spouses and children get into focus. Balancing all different ...read more

 
Module 3 Get new perspectives within the cc-community! Connecting like-minded people via blogging, networking, exchanging  ... read more

Smalltalk als Erfolgsfaktor im Kurzzeit-Coaching

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen Wort ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und dem Glühwürmchen, sagt Mark Twain. Worte sind bedeutsam, insbesondere in Coachinggesprächen und hier ganz besonders in den ersten Minuten, wenn es gilt, eine tragfähige Arbeitsbeziehung aufzubauen. Sie tragen massgeblich  zum Erfolg eines Coachings bei. Dabei muss erfolgreiches Coaching  nicht zwangsläufig mehrere Sitzungen dauern. Manche Coachings in Unternehmen sind so angelegt, dass es sich um einen Einzeltermin handelt. Der kann dann rund 90 Minuten dauern. Zeit ist heute kostbar. So - was kann in solch kurzen Coachings überhaupt passieren? Ausgehend von der Annahme dass das Problem sich über längere Zeit gemütlich aufgebaut hat und die Beteiligten sich ordentlich mit ihm und untereinander arrangiert haben? Braucht es da nicht die ersten 60 Minuten, um mittels  Smalltalk eine Beziehung aufzubauen und Problemexploration zu machen und sich so einen Überblick über die zahllosen Facetten und Implikationen des Problems – insbesondere vor internationalem Hintergrund – zu verschaffen?

Die Antwort lautet: Nein. Braucht es nicht. Es geht auch anders. 90 Minuten Zeit. Kein Vorgespräch, keine Nachbetreuung. Zugegeben, das stellt hohe Anforderungen auch an einen lösungsfokussiert arbeitenden Kurzzeit-Coach wie mich. Es erfordert, schnell eine tragfähige und gute Ausgangsplattform mit dem Coachee aufzubauen. Dies ist die Basis für eine vertrauensvoll konstruktive und zugleich vertrauliche Kommunikation. So kommt es, dass in Coachings ganz banaler Smalltalk eine tragende Rolle spielt. Der Smalltalk am Anfang des Gespräches bekommt eine große Bedeutung, soll sich hieran eine erfolgreiches weitergehendes Coachinggespräch anschließen. Worüber redet man dann? Tabuthemen sind Politik und Religion. Ein im internationalen Kontext dankbares und sicheres Thema sind immer noch die guten alten Wetterbedingungen, über die man sich gemeinsam auslassen kann, auch Hotelunterbringung oder die Frage nach der Einschätzung des deutschen Essens sind nach meiner Erfahrung gute Themen, die Gespräche ins Rollen bringen und Gelegenheit für humorvolle Anmerkungen bieten. Hier blitzt dann oft auch die persönliche Note durch. Mein Ziel ist es, neben einer Lockerheit auch das Element des Humors ins Gespräch einzuführen. So lässt sich meine anschließende Einstiegsfrage nach der Zielsetzung des Coachings gut platzieren. „Was muss heute hier geschehen, damit Sie sagen es hat sich gelohnt zum Coaching zu gehen?“ frage ich gern, ebenso wie „Was wäre ein gutes Ergebnis des Coachings heute?“

Beide Einstiegsvarianten verweisen auf meinen lösungsfokussierte Arbeitsweise. Die Gespräche drehen sich um die Zukunft, um das, was gewollt und was erwünscht ist. Diese Art der Eröffnungsfrage führt gleich am Anfang die Orientierung auf die Zukunft sowie auf Lösungen des Problems ein, ebenso wie die Frage nach Aktionen die hier ebenfalls mit drinstecken. Es ist eine Frage nach Ergebnissen, die ganz konkret auf der Verhaltensebene verortet sind und zu denen jeder Zugang hat. Die Reaktionen auf diese Frage sind unterschiedlich, denn mit dieser Frage verbindet sich ganz bewusst der Bruch mit der bisherigen Denkweise, den ich setze. Der Fokus liegt eindeutig auf der Zukunft, Gründe für Probleme, Analyse der Motive, Defizite und Schwächen, Beschuldigungen und andere problembehaftete Sichtweisen bleiben außen vor, trotzdem sie im allgemeinen zur Herangehensweise an Probleme weit in unserer Gesellschaft verbreitet sind. Das ist ein erwünschtes Ergebnis für Coachingsgespräche, die nur kurze Zeitfenster haben. Die Beantwortung der Fragen erfolgt möglicherweise verzögert, als Zeichen, dass die Denkrichtung sich verändert hat. Das ist dann ein sehr guter Start!

 

    Herzlichst,
    Netti Kutsche-Roch